Testbericht Merida TWENTY-NINE Lite 1800-D von Norman

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Testbericht Merida TWENTY-NINE Lite 1800-D von Norman

Beitrag  Norman am So 30 Jan 2011 - 14:49

So, wie gestern angekündigt, hier mal ein paar Worte zum 29er von Merida.

Olaf bot mir an auf der gestrigen Tour das Merida TWENTY-NINE Lite 1800-D mit Sram X9 Ausstattung, Rock Shox Recon Gold Gabel und Sram Laufräder zu testen.
Ich nahm das Angebot gerne an, zumal mein Quantec noch von der letzten Tour extrem dreckig war und ich die ganze Zeit eine doch relativ negative Meinung über diesen neuen Mountainbike-Trend aus Übersee mit RIESEN Laufräder hatte.
Mit der Testfahrt wollte ich meine Meinung eigentlich verstärken. Was ich hiermit aber fast komplett revidiere!!

Nun zu meinem (Er-)Fahrungsbericht:

Pünktlich um 5 nach 2 starteten wir gestern Mittag bei herrlicher Januar-Sonne und knackig kalten Temperaturen unsere MTB-ERDA Tour.
Der Boden war hart gefroren, dafür aber schön trocken.

Schon auf den ersten Metern stellte ich fest, das die großen Räder, wenn sie einmal rollen damit nicht mehr aufhören wollen.
Jedoch wechselte der Teer-Feldweg nach knapp 100m zu einem Forstweg im Wald über. Die leichten Bodenwellen, fest gefrorenen Spurrillen und die ein oder andere Wurzel auf dem Weg wurde von der Rock Shox Gabel einfach weg geschluckt. Aber auch am Hinterrad fühlten sich die Unebenheiten "softer" an als mit meinem 26 Zoll Hardtail.
Wegen einer Treibjagd mussten wir im Wald aber Umkehren und auf einen etwa 20m langen Rückeweg den Hang hoch fahren um aus dem Jagdgebiet herraus zu kommen. Auf diesen 20m tratt ich das Hardtail im Wiegetritt den Anstieg hoch. Durch meine relativ zügige Fahrweise rollten die Racing Ralph 29" ganz gut durch den frostigen Nadelwaldboden.
Nun ging es die nächsten 1-2 km eine Waldautobahn entlang mit vielen Spurrillen, quer liegenden Ästen etc. weiter. Das Twenty-Nine rollte mit wenig Kraftaufwand neben den anderen 26 Zoll Hardtails und Fullys her und mir kam der Gedanke, daß ich mit den kleineren Laufrädern mehr Kraft bräuchte um das selbe Tempo zu halten. Ausserdem hatte ich weniger das Gefühl an Ästen, Wurzeln, Spurrillen, etc. "hängen" zu bleiben als mit den 3" größeren Rädern.
Nun endlich erreichten wir die erste Abfahrt und auch wenn ich schon auf den geraden Forststraßen ein leichtes Grinsen im Gesicht hatte, war ich schon neugierig, was für ein Bild das Riesen-Hardtail auf Abfahrten macht.
Drei mal kräftig in die Pedale getretten und schon geht es los. Die Geschwindigkeit war aussreichend die Forstautobahn hinunter zu bügeln. Leichte Rechts- und Linkskurven genauso wie Eis-Pfützen und Spurrillen-Ausweichmanöver umzirkelt das Twenty-Nine wunderbar, Spursicher und mit wenig Kraftaufwand.
Sollte doch mal etwas unvorhersehbares den Weg versperren überrollen die Räder das Hindernis einfach.

Ich fühle mich sehr wohl auf dem 20" großen Rahmen und auch die Ausstattung ist passend abgestimmt. Lediglich die Sram X-9 Trigger geben mir etwas wenig Feedback zurück, ob ein neuer Gang eingelegt wurde oder nicht (bin aber eh Shimano-Fan - vielleicht liegt es daran Zwinker ).

Ungeplant, aber erfreulicherweise führte unsere gestrige Tour zum "legendären" 3 Herren-Steine-Trail. Das ist ein etwa 2km langer Trail an einer ehemaligen Landesgrenze entlang. Man wird von flowigen Mischwald-Trampelpfaden mit hauptächlich leichtem Gefälle und einem Wechsel aus schnellen und langsameren Passagen verwöhnt.
Dies sollte der krönende Höhepunkt meiner Testfahrt werden.

Auf der gesamten Strecke war der Trail trocken und schön ausgefahren. So wie man es eigentlich im Sommer gewöhnt ist. Aber das trockene Wetter der letzten Tage ließ ähnliche Bedingungen entstehen.

Schnell und zügig rollt das Twenty-Nine den Trail entlang. Nur ab und zu 2-3 Kurbelumdrehungen und man kann ein hohes Tempo halten.

Nun kommen die Stellen wo ich mit meinem Quantec Hardtail schon etwas kämpfen muss um die Hindernisse zu umfahren, bzw. die Bodenwellen, Wurzelteppiche, etc zu überqueren.
Mit dem Merida kam mir das alles viel einfacher vor und ich bügelte nur so den Trail entlang. Die großen Laufräder überfahren all das was sich in den Weg stellt und es genügt weit weniger Technik und Fahrkönnen als mit der üblichen Laufrad-Größe.

Der Rest der Tour ist nicht weiter erwähnenswert. Weiter ging es auf Forstautobahnen wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Jedoch habe ich vor lauter 3-Herren-Steine-Trail Schreiberei den 30m Anstieg zum Trail vergessen.
Dies war nämlich der (fast) einzige Abschnitt, wo ich mir mein normales Hardtail gewünscht hätte.
Der Hang hoch führt über einen normalerweise tief ausgefahrenen Fichtenboden. Dieser war aber von Wildschweinen und dem Frost der letzten Wochen extrem schwer zu befahren und mehr als 5-6km/h waren nicht drinnen. Durch die langsame Geschwindigkeit und den großen Rollumfang der Räder hatte ich damit zu kämpfen nicht einfach stehen zu bleiben. Zwar ist die Übersetzung den Laufräder angepasst, aber die Trägheit der 3" mehr merkte man dann doch - das lockere "Über Hindernisse rollen" funktioniert bei extrem langsamer Fahrweise leider nicht.

Mein Fazit: Das Twenty-Nine ist ein schnelles und durchaus auch agiles Hardtail mit großen Laufrädern. Waldautobahnen, Flowige Trails und auch schnelle Auf- wie Abfahrten sind die bevorzugten Terrains des Merida Twenty-Nine.
Ich konnte bis auf den schlecht befahrbaren Weg hoch zum 3 Herren Steine Trail keine Nachteile gegenüber einem 26" Bike feststellen. Nein eher vielleicht den Vortritt dem Bike mit den größeren Laufräder geben. Da dieses einfach spurtreuer über Hindernisse rollt, die erreichte Geschwindigkeit besser hält und weniger Fahrtechnik benötigt als die kleineren Kollegen mit 26".

Stände ich vor der Kaufentscheidung zwischen einem 26" oder 29" Hardtail, bekäm das 29" Bike sehr warscheinlich den Zuschlag. Wohl aber mit dem Background, ein 26" Hardtail schon sein Eigen nennen zu dürfen. Sprich als "Zweitbike ein 29er" wäre Ideal Cool !!!!!


So genug geschrieben!


Gruß euer Testfahrer


Zuletzt von Norman am So 30 Jan 2011 - 21:29 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

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Re: Testbericht Merida TWENTY-NINE Lite 1800-D von Norman

Beitrag  Opa W am So 30 Jan 2011 - 18:04

dank für die super bericht.

muss dann auch mal testen.

aber bitte als fulli

das ist für opa werner sicher angebracht.

Hüpf
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Re: Testbericht Merida TWENTY-NINE Lite 1800-D von Norman

Beitrag  Norman am So 30 Jan 2011 - 18:11

Werner schrieb:
muss dann auch mal testen.

aber bitte als fulli

das ist für opa werner sicher angebracht.
Hüpf

Werner, für dich kann doch nur das Merida 96 RACE-FULLY in Frage kommen, oder Daumen hoch

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Re: Testbericht Merida TWENTY-NINE Lite 1800-D von Norman

Beitrag  Yellow5 am So 30 Jan 2011 - 21:11

@ Norman !
Top Bericht ! Wann gibt es denn die erste Ausgabe MTB-ERDA Biking ??

Wer Lust hat das 29er zu testen kein Problem habe auch noch das One Twenty(Fully) als Testrad da.

Yellow5
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Re: Testbericht Merida TWENTY-NINE Lite 1800-D von Norman

Beitrag  Opa W am So 30 Jan 2011 - 21:21

Yellow5 schrieb:@ Norman !
Top Bericht ! Wann gibt es denn die erste Ausgabe MTB-ERDA Biking ??

Wer Lust hat das 29er zu testen kein Problem habe auch noch das One Twenty(Fully) als Testrad da.

Yellow5


wo wo sind denn die schutzbeeeeeche?????
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Re: Testbericht Merida TWENTY-NINE Lite 1800-D von Norman

Beitrag  Norman am So 30 Jan 2011 - 21:24

Yellow5 schrieb:@ Norman !
Top Bericht ! Wann gibt es denn die erste Ausgabe MTB-ERDA Biking ??
Danke! Dann, wenn eine Möglichkeit erfunden wurde die eigenen Gedanken in digitaler Form zu erfassen und mir somit das leidige tippen und formulieren erspart bleibt Zwinker

Yellow5 schrieb:
Wer Lust hat das 29er zu testen kein Problem habe auch noch das One Twenty(Fully) als Testrad da.

Yellow5

Hab ich beide schon getestet Very Happy
Danke dafür nochmal - Olaf!

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Re: Testbericht Merida TWENTY-NINE Lite 1800-D von Norman

Beitrag  Yellow5 am So 30 Jan 2011 - 22:48

Die habe ich natürlich für OPA Werner da zum testen !!! Whistling Whistling
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Re: Testbericht Merida TWENTY-NINE Lite 1800-D von Norman

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